Neophyten


Link zur Homepage der Gemeinde Diepoldsau:

http://www.diepoldsau.ch/de/wohneninfrastruktur/umwelt/naturschutz/

 

Neophytenplakat_v2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Kanadische Goldrute

Solidago canadensis L. (Familie: Asteraceae, Korbblütler)
Inklusive: Solidago altissima www.cps-skew.ch

Goldrute

 

Merkmale

Grosse mehrjährige Staude mit langen unterirdischen Kriechsprossen (Rhizomen). Stängel unverzweigt, 60250 cm hoch, grün, schwach bis dicht kurzhaarig. Blätter lanzettlich, lang zugespitzt, scharf gesägt, unterseits dicht behaart. Blüten lebhaft gelb, in kleinen Köpfchen von 3-5 mm Durchmesser, Zungenblüten gleich lang wie die Röhrenblüten, Blütenköpfchen in einseitwendigen Rispen, kleine Früchte (Nüsschen: 1mm) mit Pappus (Haarkranz über den Früchtchen). Siehe Anhang: Bestimmungshilfe.

Verwechslungsmöglichkeiten

Kann leicht mit zwei weiteren gebietsfremden Goldruten verwechselt werden: Späte Goldrute (Solidago gigantea Aiton.): meist kahle, rötliche Stängel, höchstens im Blütenbereich behaart, Blätter amRande leicht behaart, bis 120 cm hoch; Grasblättrige Goldrute (Solidago graminifolia (L.) Salisb.): lineal-lanzettliche Blätter, 2-5 Blütenköpfe knäuelig gehäuft sind. Die Art ist im vegetativen Zustand auch leicht zu verwechseln mit den einheimischen Arten Weiden-Alant (Inula salicina L.), der aber am Rande fein bewimperte Blätter hat, und Schweizer Alant (Inula helvetica Weber), der aber dicht behaarte Stängel und unterseits graubehaarte Blätter hat.

Vermehrung und Biologie

Die Kanadische Goldrute bildet dichte, sehr konkurrenzfähige Bestände durch das klonale Wachstum ihrer Rhizome – bis zu 300 Sprosse / m2. Zudem produziert sie von Juli bis Oktober zahlreiche flugfähige Samen, welche durch den Wind weit verbreitet werden (bis zu 20’000 Samen pro Blütenstand). Keimlinge werden sich jedoch nur auf offenen Stellen etablieren können und die Samen sind nur für kurze Zeit keimfähig (im Folgejahr sind nur noch 3% keimfähig). Die Verjüngung in grossen, etablierten Beständen geschieht ausschliesslich vegetativ. In sommerwarmen Gebieten zeichnet sich die Kanadische Goldrute durch eine breite ökologische Amplitude aus, sie besiedelt trockene bis feuchte, nährstoffarme bis nährstoffreiche Böden, wobei sie besonders Licht- und wärmebedürftig ist. So keimt die Kanadische Goldrute bis zu Temperaturen von 30°C.

Verbreitung

Die Kanadische Goldrute ist in Nordamerika (weite Teile der Vereinigten Staaten, südliches Kanada bis nach Alaska) heimisch. In Mitteleuropa findet man die Art vom Tiefland bis zur mittleren Gebirgslage. In der Schweiz ist sie in tieferen Lagen über das ganze Land verteilt.

Standorte

Die Kanadische Goldrute besiedelt Auen, Waldlichtungen, Wegränder, Kiesgruben, Strassen- und Bahnböschungen, Ruderalstandorte des Tieflandes und der Hügelstufe.

Gefahren

Die Kanadische Goldrute nutzt ihre Vermehrungsstrategien für eine effiziente und rasche Ausbreitung. Natur: vor allem an warmen Standorten besiedelt die Kanadische Goldrute natürliche und schützenswürdige Gebiete und verdrängt auf grossen Flächen die einheimische Flora. Brachland: auf gestörten Standorten kann sie die natürliche Sukzession aufhalten, indem sie die Keimung anderer Arten durch Lichtentzug verhindert. Landwirtschaft: die Kanadische Goldrute kann Buntbrachen besiedeln und dort dichte Bestände bilden. Für den Bauern heisst dies Bekämpfung und zusätzliche Kosten.

Vorbeugung und Bekämpfung

Vorbeugung: weder Samen noch Pflanzen ausbreiten oder auspflanzen. Pflanzen in Gärten entfernen oder zumindest vor der Fruchtbildung zurückschneiden. Auch kleine Stücke der unterirdischen Ausläufer können wieder austreiben, deshalb Pflanzen inklusive Wurzeln und Ausläufern verbrennen oder in die Kehrichtverbrennung geben, nicht auf Gartenkompost oder sonstigen Deponien entsorgen. Offenen Boden in der Umgebung von der Kanadischen Goldrute vermeiden, indem die Besiedlung mit einheimischen Pflanzen gefördert wird. Bekämpfung: für eine effiziente Bekämpfung müssen einerseits die Rhizome geschwächt bzw. zerstört werden, anderseits muss die Samenbildung verhindert werden. Verschiedene mechanische Bekämpfungsmassnahmen sind möglich: allgemein soll ein wiederholter Schnitt vor der Blüte die Rhizome schwächen und den Bestand langfristig zurückdrängen. – An feuchten, nährstoffreichen Standorten ist ein früher Schnitt (Mai/Juni) möglich, da sich so einheimische, konkurrenzfähige Arten etablieren können. – Ausprobiert wurde auch ein Schnitt und anschliessende Abdeckung mit einer schwarzen Folie. Der dadurch entstandene offene Boden muss mit einer konkurrenzfähigen, einheimischen Saatmischung begrünt werden. – An trockenen Standorten ist ein Schnitt gefolgt von einer Bodenbearbeitung bei heisser trockener Witterung möglich. Die Rhizome trocknen so aus. Danach soll eine Trockenwiesenmischung eingesät werden. Wo melden, wo um Rat fragen ? Es ist wichtig die Bestände in Naturschutzgebieten oder an naturnahen Standorten der kantonalen Naturschutzfachstelle zu melden. Bestände in Buntbrachen können der Pflanzenschutzfachstelle gemeldet werden. Auch die SKEW (sibylla.rometsch@acw.admin.ch) nimmt ihre Angaben entgegen und wird sie den zuständigen Personen / Institutionen weiterleiten. Für Fragen stehen Ihnen diese Stellen zur Verfügung. Bei Bestimmungsschwierigkeiten kann folgende Quelle konsultiert werden: Flora Helvetica inklusive Bestimmungsschlüssel (Lauber & Wagner; Haupt Verlag Bern). Im Zweifelsfalle kann Pflanzenmaterial (ganze Pflanze mit Blüten) an die kantonale Naturschutzfachstelle oder an die SKEW (S. Rometsch, Domaine de Changins, Postfach 1012, 1260 Nyon 1) geschickt werden.

Weitere Informationen und Fachliteratur

http://www.naturschutz.zh.ch http://www.ville-ge.ch/cjb/conservation/solidagog.html http://www.floraweb.de/neoflora/handbuch/solidagogigantea.html

Hartmann E., Schuldes H., Kübler R. & Konold W., 1995, Neophyten. Biologie, Verbreitung und Kontrolle ausgewählter Arten. Ecomed, Landsberg. Kowarik I., 2003, Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa, Ulmer, Stuttgart, 380 p., ISBN 3-8001-3924-3 Ludwig M., 2000, Neue Tiere & Pflanzen in der heimischen Natur. BLV Verlagsgesellschaft, München. Voser-Huber M.L., 1992, Goldruten – Probleme in Naturschutzgebieten. Schriftenreihe Umwelt 167, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft. Weber E., 1997, Phenotypic variation of the introduced perennial Solidago gigantea Ait. in Europe. Nordic Journal of Botany 17, 631-638.

Anhang: Bestimmungshilfe

Hilfe zur Bestimmung der Gattung

Stängel relativ dicht beblättert, Blätter lanzettlich Blütenköpfchen mit aussen Zungenblüten, innen Röhrenblüten, alle Blüten gelb Blütenköpfchen mit mehrreihig angeordneten Hüllblättern umgeben Endständiger Blütenstand mit zahlreichen, dicht stehenden Köpfchen

Hilfe zur Bestimmung der Goldrute-Arten

Blätter schmal (10-15 Mal so lang wie breit) Blätter lanzettlich-oval (3-10 Mal so lang wie breit) S. graminifolia Köpfchen 6-10 mm lang, Zungenblüten deutlich länger als Hülle Köpfchen höchstens 6 mm lang, Zungenblüten nicht / kaum länger als Hülle S. virgaurea Stängel oft rötlich, kahl, nur im Blütenstand behaart, Zungenblüten länger als Röhrenblüten Stängel mindestens im oberen Teil dicht kurzhaarig, grün, Zungenblüten gleich lang wie Röhrenblüten S. gigantea S. canadensis Solidago canadensis – Infoblatt SKEW – 2006


Sommerflieder (Buddleja davidii)

Buddleja, Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii)
Aufgeführt in Schwarzer Liste

Beschreibung:
Der Sommerflieder ist ein verholzender Strauch und kann über 3 Meter gross werden. Die verzweigten Triebe enden in einer vielblütigen Rispe. Er blüht vom Juli bis September und bildet pro Strauch bis zu 3 Mio. Samen! Im Winter frieren seine Äste oft stark zurück. Das beeinträchtigt den Strauch aber kaum, da sein Strunk die Kälte in der Regel gut übersteht und im Frühling wieder neu austreibt. Ursprünglich stammt er aus China und dem Tibet. Er wird als Zierpflanze immer noch häufig verkauft und angepflanzt. Da die Blüten des Sommerflieders reichlich Nektar produzieren wird er von Schmetterlingen, verschiedenen Bienenarten und anderen Insekten gerne besucht. Seine Verbreitung findet hauptsächlich durch den Wind statt, der die leichten Samen weit mit sich trägt. Zur Keimung brauchen die Samen offene Stellen. Somit findet man den Sommerflieder hauptsächlich auf Schuttplätzen, entlang von Schienen und Strassen und im Schotter von Flüssen und Bächen.
Gefahren:
Da der Sommerflieder oft in geschützten Flussauen grosse, dichte Bestände bildet, kann er dort die wertvolle auenspezifische Pflanzenwelt verdrängen. Dadurch fehlen die Futterpflanzen der Schmetterlingsraupen und der Sommerflieder wirkt sich so sogar negativ auf die Schmetterlingspopulation aus. Sonst ist er nach dem heutigen Wissensstand für Mensch und Tier ungefährlich.
Bekämpfung:
Im Garten sollten die verblühten Rispen vor der Samenreife abgeschnitten und in die Kehrichtverbrennung gegeben werden. In der freien Natur kann der Sommerflieder durch Rodung beseitigt werden. Hierbei ist zu beachten, dass durch den Samenvorrat im Boden auch noch Jahre nach der Entfernung immer wieder Jungpflanzen auftreten können. Eine mehrjährige Nachkontrolle ist somit unerlässlich.

(Quelle: http://www.neophyt.ch)


Ambrosie, Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia)

Aufrechte Ambrosie oder Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)
Verboten gemäss Freisetzungsverordung und bekämpfungs- und meldepflichtig gemäss Pflanzenschutzverordnung!

Beschreibung:
Die Ambrosie kann bis maximal 150 cm gross werden. Sie überdauert den Winter als Samen im Boden und keimt jeweils im Frühjahr aus, um sich in den darauf folgenden Monaten zur ausgewachsenen Pflanze zu entwickeln. Die Samen können bis 40 Jahre keimfähig bleiben! Als Verunreinigung von Saatgut und Vogelfutter wurde die Ambrosie von Nordamerika zu uns eingeschleppt. Die Verbreitung findet über ihre Samen statt. In Versuchen wurden pro Pflanze bis zu 30’000 Samen gezählt.
Gefahren:
In der Landwirtschaft in Sonnenblumen-, Erbsen- und Sojabohnenkulturen kann die Ambrosie erhebliche Schäden verursachen, da sie die Pflanzen konkurrenziert und auch ihre Ernte erschweren kann. Viel gravierender sind jedoch die gesundheitlichen Aspekte. Die Ambrosie blüht von Juli bis Oktober und sie verstäubt grosse Mengen Blütenstaub. Dieser ist massiv allergisierend und kann bei empfindlichen Personen schwere Asthmaanfälle auslösen. Man rechnet, dass bis zu 20 % der Bevölkerung sensibel auf diesen Blütenstaub reagieren.
Bekämpfung:
Im Hausgarten, wo die Ambrosie gewöhnlich nur vereinzelt auftritt, muss sie, wenn möglich noch vor der Blüte, ausgerissen und in die Kehrichtverbrennung gegeben werden. Hierbei sollten Handschuhe getragen werden. Blüht die Pflanze schon, sollten zusätzlich Brille und Staubmaske getragen werden. In der Landwirtschaft muss insbesondere nach der Ernte nach Ambrosia-Pflanzen Ausschau gehalten werden. Durch verschiedene Massnahmen kann dann verhindert werden, dass das Unkraut noch Samen bildet. Durch Mähen, Herbizidanwendung und Bodenbearbeitung können die Pflanzen vernichtet werden.

(Quelle: http://www.neophyt.ch)


Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Mantegazzis Bärenklau oder Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
Verboten gemäss Freisetzungsverordung!

Beschreibung:
Der Riesen-Bärenklau kann während der Blütezeit über 3 Meter gross werden und gleicht unserem einheimischen Wiesen-Bärenklau. Dieser wird aber höchstens 1.5 Meter gross. Pro Pflanze bilden sich bis 10’000 Samen pro Jahr. Der Riesen-Bärenklau stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und tauchte Ende 19. Jahrhundert in Europa zum ersten Mal auf. Als Bienenweide und imposante Zierpflanze hat man ihn oft und gerne angepflanzt. Durch seine Samen konnte er sich zuerst entlang von Gewässern ausbreiten und später besiedelte er mehr und mehr auch andere Standorte.
Gefahren:
Die ganze Pflanze enthält Stoffe (Furanocumarine), welche bei Berührung auf die Haut gelangen und zusammen mit Sonneneinstrahlung nach 24-48 Stunden schwere Hautentzündungen mit starker Blasenbildung verursachen können. Diese Entzündungen können, sofern sie grossflächig auftreten, sogar Spitalaufenthalte nötig machen. Oft heilen die Wunden nur unter Narbenbildung wieder ab.
Bekämpfung:
Kleinere Pflanzen können vom März bis zum Frosteintritt ausgegraben werden. Ist das nicht möglich, müssen ca. im Juli die Samenstände der verblühten Pflanzen vor dem Versamen abgeschnitten und vernichtet werden. Haut und Augen müssen durch geschlossene Kleidung, Handschuhe und Schutzbrille vor den giftigen Pflanzensäften geschützt werden. Die Arbeiten sollten prinzipiell nur an bewölkten Tagen ausgeführt werden.

(Quelle: http://www.neophyt.ch)